Freitag, 27. März 2015

Wein-Profis bestellen Duisburger Weinberg "Emscher Hanglage"

Die Freundschaft zwischen Duisburg und den Weinanbaugebieten Baden und Württemberg wächst und wächst - und das quasi auch in "grüner Hinsicht". Denn der 2011 angepflanzte Mini-Weingarten im Duisburger Landschaftspark-Nord wurde jetzt von der badischen Weinkönigin Josefine Schlumberger - was für ein toller Name! - und dem württembergischen Winzer Patrick Hilligardt professionell unter die Lupe genommen und die 75 Rebstöcke ordnungsgemäß "vertaut":-)) Denn schließlich soll es schon bald die erste Ernte an diesem ungewöhnlichen Weinberg im Schatten des einstigen Hüttenwerks in Duisburg-Meiderich geben.



Anlass der Wein-Freundschaft ist die beliebte Weinmesse Baden-Württemberg Classics, die an diesem Wochenende (28./29. März) zum achten Mal stattfindet - und bei den Winzern aus den südlichsten Bundesländern äußerst beliebt ist. Denn der Duisburger sowie die vielen Besucher aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein sind weinkundig und sehr experimentierfreudig. Und sie bestellen auch gerne! So hat sich der Standort Duisburg in all den Jahren an Berlin und München vorbeigeschlichen - und zur Nummer 1 der vier Weinmesse-Standorte von Badem-Württemberg Classics entwickelt. Und das in einer so bieraffinen Region!

Montag, 9. Februar 2015

Ruhrgebiet noch Wein-Diaspora?

Während in Düsseldorf überdurchschnittlich viel Wein getrunken wird - im bundesweiten Vergleich! - liegt das Ruhrgebiet maximal im Durchschnittstrend - eigentlich eher drunter. Sagt das Deutsche Weininstitut mit (noch) Sitz in Mainz. Also ist das Ruhrgebiet doch eher Wein-Diaspora und Mekka für Biertrinker? Der persönliche Eindruck lässt zumindest in Duisburg vermuten: Muss nicht stimmen, diese Statistik!

Und spätestens bei der nächsten Ausgabe der Weinmesse Baden-Württemberg Classics (28. und 29. März) im Landschaftspark Duisburg-Nord wird diese Theorie auf den Kopf gestellt - denn an dem Wochenende treffen sich seit nunmehr 9 Jahren Weinkenner und Weinfreunde aus dem Ruhrgebiet und dem Niederrhein in der tollen Atmosphäre der ehemaligen Kraftzentrale, um den aktuellen Wein 2014 zu verkosten - bei rund 70 Winzern, die Jahr für Jahr aus Baden und Württemberg anreisen. Und sich immer wieder über die kompetenten Messebesucher freuen. Ich wiederhole: Kompetent!


Egal, was nun stimmt: Die Messemacher haben die Baden-Württemberg Classics unter das Motto "Mission: Ruhrgebiet - Wein erobert das Revier" gestellt. Für 15,00 Euro Eintritt/Person ist die Verkostung der Weine inklusive. Außerdem gibt es spannende Seminare zu aktuellen Weinthemen, die meistens schnell ausgebucht sind.

Und wer immer noch nicht glaubt, dass Ruhrgebiet und Wein eine Symbiose bilden können: Der vor drei Jahren angelegte kleine "Weinberg" im Schatten des einstigen Hüttenwerks - jetzt Landschaftspark Nord - trug im vergangenen Herbst erste Trauben. Im März 2011 hatte ihn die damalige badische Weinkönigin Katja Bohnert höchstpersönlich angepflanzt.

Weinmesse Baden-Württemberg Classics
28. und 29. März, von 11.00 bis 18.00 Uhr
Landschaftspark Duisburg-Nord, Emscherstraße 71, 
47137  Duisburg-Meiderich
www.bwclassics.de

 

Samstag, 1. November 2014

Weinfreunde Düsseldorf mit kulturellen Verkostungen

Der Bierabsatz in Deutschland sinkt stetig. Dafür greifen immer mehr zu Wein. Und in Europa wundern sich viele Gastronomen, dass ihre deutschen Touristen richtige Fachleute sind, wenn sie über Merlot, Barolo oder Sauvignon Blanc reden. Neulich war sogar zu lesen, dass die Franzosen wesentlich weniger Ahnung von Wein haben als wir Deutschen. Woran das liegt? Keine Ahnung - und ist ja auch egal. Schön ist, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, sich mit Wein auch im Alltag und in der Freizeit zu beschäftigen. Die Weinkarten in deutschen Restaurants sind wesentlich spannender und vielfältiger als früher - stellen quasi eine Visitenkarte dar.

Und immer mehr springen auf den "Weinzug" auf. So jetzt auch Christiane Oxenfort. Die Tochter des Düsseldorfer Urgesteins Engelbert Oxenfort hat mit ihrem Lebensgefährten Hartwig Beinke die "Weinfreunde Düsseldorf" gegründet. Über sich selbst schreiben die Beiden: "Wir handeln nebenberuflich mit Wein, weil wir sehr viel Spaß an diesem wunderbaren Getränk haben. Mittlerweile beliefern wir einige gastronomische Betriebe und Weinläden in Düsseldorf und wir sind sehr stolz darauf, die Weine des Winzers Uli Metzger exklusiv in Düsseldorf anbieten zu können."

In der Tat kann das Duo Oxenfort/Beinke viele Metzger-Weine liefern, die teilweise als ausverkauft gelten. Bei ihren - kulturell angehauchten - Verkostungen in Kunstgalerien oder im Colorium (Medienhafen) bieten sie nur deutsche Weine und Winzersekte an. Preislich sind diese alle erschwinglich - liegen zwischen 6,30 bis 15,90 Euro. Ab sechs Flaschen wird ein kleiner Rabatt bei der Bestellung gewährt. Das ist sehr fair und kundenfreundlich.

Ausbaufähig ist bei den Verkostungen sicherlich noch die Präsentation des Catering: Da würden sich die Partner "Taste Greece" und "Löffelweise Lebensmittelmanufaktur" sicherlich freuen. Noch kommen ihre leckeren Produkte etwas stiefmütterlich serviert-präsentiert daher.

Das Konzept, die Weinverkostung mit Kultur, Kunst und Musik zu verbinden, funktioniert wohl nur dann, wenn die Gäste sich entsprechend darauf einlassen wollen. So mancher scheint eher gekommen zu sein, sich für die 20 Euro Eintritt möglichst viele Weine vornehmen zu können.  "Wein im Sinn" drückt dennoch die Daumen, damit die "Weinfreunde Düsseldorf" weiterhin Zulauf erhalten - und der Nebenberuf Spaß macht!

info@weinfreunde-duesseldorf.de (Aufnahme in Newsletter mit neuen Terminen)
www.wein-metzger.de
www.tastegreece.de
www.loeffelweise-genuss.de




Donnerstag, 30. Oktober 2014

Barbera vom Heiligen Berg

Eigentlich galt der kleine Ausflug den 23 Kapellen des Heiligen Berges von Crea, Weltkulturerbe der UNESCO im Piemont. Zu Recht, wie sich herausstellte. Auch wenn die meisten Kapellen vernachlässigt wirken. Der Spaziergang lohnt sich - und ja nicht den Fotoapparat vergessen. Bei der Abreise lockt uns das Weinverkostungsschild der "Tenuta Tenaglia" durch eine Einfahrt. Etwas schüchtern betreten wir die großzügige Verkostungszone in einem weinroten Gebäude mit fantastischem Blick in die Weinberge und werden gleich freundlich von der Italienerin Silvia begrüßt, die hervorragend deutsch spricht. Ihre Chefin telefoniere grade, würde sich aber gerne persönlich um uns kümmern, weil sie selbst Deutsche sei. Na ja, denken wir spontan. Das muss ja nicht unbedingt positiv sein, aber ist zumindest etwas überraschend. Silvia klärt uns unterdessen über das 30 Hektar große Weingut auf, dass schon seit dem 17. Jahrhundert in den Hügel des Montferratos in etwa 450 Metern Höhe Weinanbau betreibt. Namensgeber war ein gewisser Giorgio Tenaglia, Feldherr, Mäzen und Statthalter von Montcalvo - einer schönen, aber beschaulichen Stadt in der Nähe.


Dann erscheint sie, die "Dame des Hauses". Sabine Ehrmann, Tochter des berühmten Joghurt-Herstellers Ehrmann ("keiner macht mich mehr an"). Zum Weingut gekommen sei sie wie die Jungfrau zum Kind. Erzählt sie offen und völlig ungekünstelt. Vor 10 Jahren habe ihr Vater sie nach dem Tod der Mutter zur Chefin der Tenuta gemacht. Vorher lebte Sabine Ehrmann 30 Jahre lang auf Ischia. Wein trinken - ja! Wein machen - au weia! Das müssen ihre Gedanken gewesen sein. Und schon sprudeln die Geschichten und Anekdoten aus ihr heraus. Der Kellermeister der ersten Stunde, der zwar prominent war und mit dem Helikopter einflog, aber schlechten Wein machte. Von ihrer Suche nach der eigenen Rolle in den Weinbergen. Tolle Frau! Und tolles Ergebnis. Denn die Weine der "Tenuta Tenaglia" sind durchaus ein kleiner Geheimtipp. Zugegeben, nicht alle sind gelungen. Aber wer Lust auf die seltene italienische Traube "Grignolino" hat oder mehr auf Barbera als auf den gewöhnungsbedürftigen überteuerten Barolo steht, der ist hier bestens aufgehoben. Und die Preise stimmen hier auch noch.


Mit den "Gutskomplizen" - einem Quartett deutscher Winzer - ist Sabine Ehrmann als Gastwinzerin und Partnerweingut verbunden. Gemeinsam wollen sie 2015 auf der Weinfachmesse "ProWein" ihre Produkte präsentieren. In Deutschland sind die Weine von "Tenuta Tenaglia" noch spärlich vertreten. In Gummersbach vertreibt sie ein Händler. Und der VDPler Ralph Düker ebenso - denn sein Weingut "Zur Schwane" gehört ebenfalls zu den "Gutskomplizen". Wer fleißig googelt, kann die Ehrmann-Weine aber auch unter guten Versandbedingungen entdecken...


Weintipps zur "Tenuta Tenaglia":


Grignolino del Monferrato Casalese DOC  ca. 8,50 Euro/Fl.
Barbera del Monferrato DOC "Cappella III"
(mit dem Kauf wird übrigens die Sanierung der 3. Kapelle (s.o.) unterstützt, die seit dem 17. Jahrhundert im Besitz des Weinguts ist)
Barbera d'Asti DOCG "Bricco"   ca. 9.90 Euro/Fl.

Links: 
www.tenutatenaglia.it
www.schwane.de
 

Dienstag, 8. Oktober 2013

Weinpfad statt Wanderpfad: Natur Pur

Zünftig geht es mit Wanderschuhen von Eltville am Rhein Richtung Kloster Eberbach. 15 Kilometer stehen eigentlich auf der Wanderkarte. Doch wenige hundert Meter vor dem Ziel erscheinen plötzlich Sonnenschirme mitten in den Weinbergen vor unseren Augen - und zugegeben auch hilfreich: Ein Dixie-Klo. Schnell wird entschieden, eine kurze Rast einzulegen - und beim Winzer Barth auch gleich mal eine Sektprobe zu nehmen. Der Pinot Blanc brut mundet so gut, dass er am nächsten Tag sofort im PKW gen Heimat landet. Es ist 11 Uhr - und die Entscheidung ist schnell getroffen. Eher zufällig auf die "Natur Pur - Hattenheimer Flur" gestolpert, erfahren wir, dass Barth nur die letzte von insgesamt 15 Wein"probier"- und Schlemmerstationen ist. Logisch, dass die Wandertour jetzt eine andere Richtung nimmt. Und schnell wird klar: Wir müssen uns einige Weine und Winzersekte merken, denn auch die Weine von Hans Bausch (Rheingau Spätburgunder 2009) und Dr. Christopher Wolf (M.P. Weißburgunder Kabinett trocken 2012) - eigentlich hauptberuflich ein Arzt - verleiten dazu, den Urlaub zum Weinkellerausbau zu nutzen. Und zu schlemmen gibt es auch reichlich: Wildbratwurst vom Grill - köstlich auch ohne Sauce. Matjes-Tartar oder einfach mal ein Schmalzbrot. Wir kommen kulinarisch voll auf unsere Kosten - und freuen uns, die "Natur pur" entdeckt zu haben. Leider wissen spätestens ab 13 Uhr auch viele Andere davon - und schon wird es ganz schön eng auf den Wegen zwischen den Weinbergen vom Pfaffenberg zum Steinberg. Früher mal ein Geheimtipp reisen jetzt die Weintouristen von Wiesbaden, Frankfurt, Mainz an. Wie gut, dass wir nachmittags ohne Parkplatzsorgen einfach wieder nach Eltville zurückwandern können.

Natur Pur Hattenheimer Flur
Veranstalter:
Hattenheimer Winzer
c/o Ortsverein Hattenheim im Rheingauer Weinbauverband
Waldbachstr. 103
65347 Hattenheim
www.hattenheimer-winzer.de

Wein- und Sektgut Barth
www.weingut-barth.de

Weingut Hans Bausch
www.weingut-hans-bausch.de

Weingut Dr. Christopher Wolf
rheingauwolf@web.de

 

Montag, 10. Juni 2013

Keine Weinparty der Extraklasse

Die (Extraklassse) hatte uns Möwenpick Weinkeller Düsseldorf versprochen - aber nur in Ansätzen gehalten. Dabei war die Location - das Dycker Weinhaus in Jüchen (im Besitz von D'Vine)   - durchaus eine Reise wert. Wenn der Shuttle funktioniert hätte. Bei aller Liebe für Ausreden - Stau am Freitagabend, plötzliche Anmeldungen anderer Gäste - wenn man um 18.15 Uhr abfahren möchte und dies eine Stunde später passiert, somit der Weinabend mit gehöriger Verspätung startet, stimmt das nicht gerade fröhlich. Endlich angekommen erwarten wir eine kleine Begrüßung, Einweisung in den Abend, irgendeine weitere Betreuung - Pustekuchen! Die Sitzordnung - leider nicht bei dem schönen Wetter im Biergarten oder Erdgeschoss, sondern in der 1. Etage - ist nicht gerade sozialtauglich, d.h. mit anderen Gästen knüpfen sich kaum Kontakte. Also selbst an den Mann/Frau - sprich die drei Winzer von den Weingütern, die zu Gast sind - wieso und nach welchen Kriterien wurde uns leider nicht verraten. Vielleicht wegen "Extraklasse" im Titel - denn es geht schnell in die obere Preisklasse auf dem "Probierzettel". Interessante Entdeckung: Das Weingut Josten & Klein aus Remagen-Kripp, das - erst 2011 gegründet! - es bereits zur Entdeckung des Jahres 2013 von Gault Millau geschafft hat. Allerdings kostet der fantastische Pinot Noir auch satte 36, Euro die Flasche - auf der Internetseite des Weinguts sind erst gar keine Preise zu finden...Fazit: Da muss reichlich nachgebessert werden - bis auf das Buffet, das gelungen war. Damit richtige Weinpartyprobenstimmung aufkommen kann - muss ja gar nicht der Extraklasse sein! Erstklassig reicht auch schon. Zum Tanzen sind wir nicht mehr geblieben, schade! Aber in den Biergarten vom Dycker Weinhaus werden wir bald einkehren.

Weingut Josten & Klein GmbH
Ringofenstr. 3
53424 Remagen-Kripp
www.josten-klein.com

Dycker Weinhaus
Klosterstr. 1
41363 Jüchen
www.das-dycker-weinhaus.de




 

Mittwoch, 3. April 2013

Wo schwarze Adler kreisen

Sonnengelb - badischer Weißwein zeigt sofort, wie das Klima in der Region ist. Sonnenverwöhnt halt. Wobei etwas weniger Sonnenstrahlen manchmal auch nicht schaden können, scheint es. Absoluter Liebling des Osterwochenendes am Kaiserstuhl und drum herum: Die Rebsorte Gutedel. Antiquierter Name, aber durchaus moderner Geschmack. Und wie ein badischer "Ureinwohner" im Weinhaus der "Alten Wache" in Freiburg gleich klarstellt: Der passt immer. Wie gut, dass diese Allzweckwaffe auch noch gut schmecken kann.

Ein Besuch am Kaiserstuhl darf natürlich nicht ohne einen Abstecher beim Weingut Franz Keller vonstatten gehen. Beim Abendessen im "Winzerhaus Rebstock" ist der Gastgeber höchstpersönlich vor Ort - gut gelaunt, weil "sein" Verein - der SC Freiburg - zuvor in der Bundesliga gewonnen hat. Ob der "Chef" Ahnung vom Fußball hat, lässt sich auf die Schnelle nicht entdecken, dafür versteht Fritz Keller sein Geschäft als Winzer, Weinhändler, Hotelier und Gastronom. Der Aldi-Coup hat ihm nicht geschadet, im Gegenteil.

Und etwas außerhalb von Oberbergen baut der 56-Jährige gerade sein neues prestigeträchtiges Lieblingsprojekt quasi in den Felsen: Im Juni 2013 soll das neue hochmoderne
So soll das neue Weingut von Franz Keller aussehen.

Weingut fertig sein. Was der legendäre Vorjahr Franz davon halten würde? Keine Ahnung, aber der Erfolg gibt dem Sohn wohl recht. Unser Liebling derzeit: Der Pinot Sect Brut 2010 - mit 14,90 Euro etwas teuer, aber es muss ja nicht immer die Aldi-Variante sein.

Franz Keller Schwarzer Adler
Weine Restaurants Hotel
Badbergstr. 23
79235 Vogtsburg-Oberbergen
www.franz-keller.de